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Auswirkungen auf andere Organe

CF - Betroffene werden durch die sich weiter entwickelnde Therapie immer älter, jedoch verlagert sich die Symptomatik der Erkrankung mit zunehmendem Alter. Junge Erwachsene leiden unter anderen medizinischen Problemen als das mukoviszidosebetroffene Kind. Entsprechend muss sich das Umfeld auf die neue Lebenssituation umstellen. Vorallem die Mediziner müssen sich auf diese völlig andere Patientengruppe einstellen, da immernoch viele erwachsene CF-Patienten in Kinderkliniken behandelt werden, da es an Erwachsenenambulanzen und der notwendigen Erfahrung fehlt. Begleiterkrankungen wie Herzprobleme, Diabetes mellitus, Osteoporose oder Gelenkschäden gehören, neben der Verschlechterung der Lungenfunktion, zur Mukoviszidose.

CF - Diabetes

One Touch Ultra

Die Messung des Blutzuckerwertes erfolgt mit Hilfe eines kleinen Tropfen Blutes, der meist aus der Fingerkuppe gewonnen wird.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei CF

Der CF-Diabetes betrifft im 2. Lebensjahrzehnt ca. 10 -15 % der CF-Patienten, im 3. Lebensjahrzehnt bereits ca. 30 %. Manche CF - Patienten können sich ohne Insulin durch den Diabetes "durchschlängeln", viele jedoch werden über kurz oder lang insulinpflichtig. Um Spätfolgen zu vermeiden, sollte frühzeitig mit einer solchen Insulintherapie begonnen werden.

Studien zeigen, dass diese Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels sehr häufig ist, daher sollten regelmäßig Untersuchungen durchgeführt werden, zur Klärung ob eine solche Störung vorliegt. Die Diagnostik erfolgt mit Hilfe eines OGGT - Testes. Bei diesem Test nimmt der Patient eine Flüssigkeit zu sich (nüchtern). Danach wird 2 Stunden lang der Blutzuckerwert gemessen. Werte über 200 mg/dl nach 2 Stunden deuten auf eine gestörte Zuckerverwertung hin.

Die Behandlung erfolgt klassischerweise mit Insulin. Wie oben geschrieben ist es allerdings bei einigen Patienten möglich auf eine solche Behandlung zu verzichten und auf Tabletten auszuweichen. Hier besteht jedoch das Risiko der Unterzuckerung. Auf alle Fälle muss der "Zuckerlangzeitwert" HbA1c regelmäßig nachkontrolliert werden. Optimal in einem Abstand von 3 Monaten. Die Werte für den HbA1c - Wert sollten nicht über 7 % steigen.

Trotz CF - Diabetes muss die Ernährung hochkalorisch und fettreich bleiben. Jedoch sollten bevorzugt "langsame" Zucker eingesetzt werden. "Langsame" Zucker sind Kohlenhydrate, die nur langsam ins Brot übergehen. Hierzu gehören z.B. Vollkornprodukte.

Die Diagnose CF - Diabetes bedeutet keinesfalls Verzicht. Eine Ernährung, die bei Diabetes zu empfehlen ist, ist lediglich eine gesunde Ernährung. Und dies ist sowieso bei Mukoviszidose zu empfehlen um einen positiven Vitaminhaushalt und Ernährungszustand zu erreichen.

Osteoporose

Die Knochendichte von mukoviszidosebetroffenen Erwachsenen liegt bis zu 35% unter der von Gesunden. Osteoporose beschreibt eine Knochenerkrankung bei der sich die Knochenmasse verringert. Der Knochen wird porös und brüchig, was zu einem stark erhöhten Risiko des Knochenbruchs oder Knochenverformung führt.

Auch bei der Osteoporose ist eine frühe Erkennung der Krankheit besonders wichtig, weil einmal eingetretene Schädigungen nur in sehr begrenztem Rahmen rückgängig gemacht werden können. Bei Mukoviszidose wird die Osteoporose mit zusätzlicher Gabe von Vitamin D und Kalzium behandelt. Liegt Unterernährung vor sollte die Enzymmenge nochmals überprüft werden um ggf. einen besseren Ernährungszustand zu erreichen.

Erste Warnzeichen sind dumpfe Rückenschmerzen. Das liegt daran, dass sich der Verlust der Knochendichte an den Wirbelkörpern besonders deutlich zeigt. Noch immer werden heute Menschen mit dumpfen Rückenschmerzen zu selten auf Osteoporose hin untersucht. Eine regelmäßige Untersuchung der Knochendichte bei Mukoviszidosepatienten im Erwachsenenalter sollte daher unbedingt regelmäßig durchgeführt werden.

Weitere Informationen zum Thema Osteoporose allgemein finden sie beim Netzwerk Osteoporose.

Arthritis (Gelenkbeschwerden - Rheuma)

Auszüge aus einem Bericht von der Homepage des Landesverbandes Berlin-Brandenburg e.V. (Link zum vollständigen Text)

"Etwa 2-12% der an Cystischer Fibrose (CF) Betroffenen entwickeln während ihres Krankheitsverlaufes eine Gelenkbeteiligung. Die Gelenkbeschwerden beginnen durchschnittlich mit einem Alter von 15 Jahren und sind nicht abhängig von der Schwere des Verlaufs der Mukoviszidose.

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Episodische Arthritis

Die häufigere Form (ca. 2-8 %), die sogenannte Episodische Arthritis, wird durch wiederholte Attacken von ca. 2-7 Tagen ( bis zu 2 Wochen) charakterisiert und beginnt durchschnittlich im Alter von 11 Jahren. Es überwiegen zunächst erhebliche Schmerzen, die innerhalb eines kurzen Zeitraumes von 12- 24 Stunden auftreten. Betroffen sind sowohl grosse als auch kleine Gelenke der oberen und unteren Extremitäten (Knie- und Sprunggelenke, kleine Fingergelenke u.a.). Oft sind unterschiedliche Gelenke beider Körperhälften betroffen (asymmetrische Gelenkbeteiligung). Der Verlauf steht in keinem direkten Zusammenhang zu einer Verschlechterung (Exazerbation) der Lungenerkrankung. Es werden milde Gelenkentzündungen (Arthritiden) mit Ergüssen, umgebender Weichteilschwellung, jedoch meist ohne bleibende knöcherne Gelenkzerstörung beschrieben. Häufig treten in der Umgebung der betroffenen Gelenke Symtome einer Entzündung kleiner Blutgefässe der Haut (Vaskulitis) auf: Hautrötungen (rash), punktförmige tastbare Hautblutungen (Purpura), runde, schmerzhafte und bläuliche Hautverdickungen (Erythema nodosum). In seltenen Fällen ist auch eine Vaskulitis innerer Organe wie Niere und Zentralnervensystem beschrieben. Hier muss eine spezielle Diagnostik und Therapie erfolgen.

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Hyperthrophische Pulmonale Osteoarthropathie

Deutlich seltener ist eine zweite Form der Arthropathie bei CF - die Hyperthrophische Pulmonale Osteoarthropathie (HPOA). Der Verlauf ist sehr schmerzhaft und zum Teil "springend" (migratorisch) von einem zum anderen Gelenk bzw. Knochen und beginnt durchschnittlich im Alter von 15 Jahren. Betroffen sind nicht so sehr die Gelenke selbst als vielmehr die körperfernen Abschnitte der sogenannten langen Röhrenknochen in Gelenknähe im Bereich der Kniegelenke, der Sprunggelenke, Handgelenke aber auch der Fingergelenke wie zum Beispiel die Fingerendglieder als sogenannte Trommelschlegelfinger. Diese Veränderungen treten oft symmetrisch auf. Die Beschwerden nehmen mit der Zunahme der Lungenbeteiligung zu und sind wahrscheinlich von dem Ausmaß der chronischen Mangelversorgung des Knochens mit Sauerstoff abhängig. Der Knochen reagiert dann mit einer Knochenneubildung im Bereich der den Knochen umgebenden Knochenhaut (produktive Periostitis) und nimmt an Umfang zu. Im Bereich der Haut werden Regulationsstörungen der Durchblutung (Rötung, Blässe) sowie Schwitzen bemerkt (Störung des autonomen Nervensystems, welches das körpereigene innere Milieu wie z.B. die Sauerstoffversorgung reguliert). Die Schmerzen sind nicht so ausgeprägt wie bei der Episodischen Arthritis."