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Sport als Therapie

Bedeutung

Sport und Bewegung hat einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Mukoviszidose. Dieser positive Einfluss hat eine verbesserte Lungenfunktion und auch einen verbesserten Allgemeinzustand zur Folge. Der sportliche Patient verfügt über eine höhere Belastbarkeit und kann so Infekte und Krankheitsverschlimmerungen meist besser meistern. Sport kann jedoch die tägliche Physiotherapie nicht ersetzen.

Leider ist Sport unter Mukoviszidosebetroffenen aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit meist nicht gern gesehen. Eine natürliche Abwehrhaltung, vorallem auch was den Schulsport angeht rührt daher, dass viele Betroffene den Anforderungen nicht nachkommen können und daher schon im Kindesalter verspottet oder ausgeschlossen werden.

Auch unter Sportpädagogen wird dieses Problem meist nicht erkannt und so werden die Betroffenen leider auch viel zu häufig von ihren Lehrern bloßgestellt. So kann man auch die Abneigung gegen Sport verstehen, die sich dann meist bis ins Erwachsenenalter verfestigt.

In diesen Teil der Seite, wollten wir zeigen, wie wichtig eine Sporttherapie bei Mukoviszidose ist und dass sie eine der wichtigen Therapieinhalte in der Mukoviszidosetherapie sein sollte.

physische Bedeutung

Sportliche Aktivität wirkt sich auch bei gesunden postitiv auf der Allgemeinbefinden aus. Durch verbesserte Leistungsfähigkeit in Folge von regelmäßigem Training stärkt sich das Herz-/Kreislaufsystem wesentlich. Ebenso unterstützt regelmäßige sportliche Betätigung Prävention, Behandlung und natürlich auch Rehabilitätion.

Positive Aspekte einer Sporttherapie bei Mukoviszidose

Verbesserung der Lungenfunktion

Durch Ausdauersportarten verbessert sich die Leistungsfähigkeit, damit auch die Belastbarkeit und die Atemfunktion. Durch Sport wird die Lunge gefordert und sie lernt mit Belastungen der Krankheit besser umzugehen. Der Umfang und die Art der sportlichen Tätigkeit muss natürlich immer auf den individuellen Krankheitsverlauf und die Situation des Patienten abgestimmt werden. Auch Patienten mit einem schweren Verlauf können ihre Lungenfunktion durch Sport verbessern.

Körperliche Leistungsfähigkeit

"Bezeichnet die gesamtmuskuläre Leistung, welche zur Durchführung mechanischer Arbeiten von möglichst langer Dauer bereitgestellt werden kann."

Ist der Körper leistungsfähiger, so kann er auch mit Krankheit besser umgehen. Das ist wohl eines der wichtigsten Argumente zur Sporttherpie bei Mukoviszidose. Durch die Stärkung des Immunsystems, vorallem durch Sport an der frischen Luft, werden Infekte besser abgewehrt und auskuriert.

Sekretmobilisation

Besonders durch Ausdauersport oder bei Sportarten, bei denen es sehr auf Atmung ankommt (z.B. Karate) kommt es häufig zu einer erleichterten Sekretmobilisation. Was den Vorteil hat, dass die tägliche Drainage leichter zu bewältigen ist.

Allgemeines Wohlbefinden

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Sport das allgemeine Wohlbefinden der Patienten steigern kann. Dabei ist es wichtig, dass der ausgewählte Sport Spass macht und zu der jeweiligen Krankheitssituation des Patienten passt. Hierzu muss der Ambulanzarzt befragt werden. Nach Durchführung eines Belastungs - EKGs und eine Ergometer-Tests incl. Überprüfung des Sauerstoffgehalts im Blut steht dem Sport nichts mehr im Wege. Dabei muss jeder Patient für sich selbst entscheiden, wie, was und in welchen Maße er Sport betreiben will.

psychische Bedeutung

"Der Sport ist eine Tätigkeitsform des Glücks."
[Martin Kessel (1901-90), dt. Schriftsteller]

Die psychische Bedeutung von Sport bei Mukoviszidose und anderen chronischen - auch psychischen Krankheiten - darf nicht außer Acht gelassen werden.

Viele Mukoviszidosepatieten stehen ihren Altersgenossen in der Entwicklung nach. Was bedeutet, dass, bedingt durch die vorherrschende Unterernährung, eine spätere Pubertät einsetzt und Betroffene auch oft im Erwachsenenalter noch für Kinder gehalten werden. Das Selbstbewusstsein leidet unter dieser Tatsache und wird zunehmend eingeschränkt und genau hier greift der Sport.

Eine Studie von James Blumenthal bestätigte, dass Sport das psychische Wohlbefinden langhaltig steigert. Diese Studie bezog sich auf Menschen mit depressiven Verstimmungen, jedoch kann diese Tatsache auch ohne Weiteres auf Mukoviszidosepatienten übertragen werden. Durch die Erfahrung durch regelmäßiges Training an Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit zuzunehmen steigert sich das Selbstwertgefühl und damit auch der Umgang mit sich selbst. Sportliche Patieten verfügen über ein sicheres Auftreten gegenüber ihren Mitmenschen, was dazu führt, dass sich der Patient auch mehr zutraut, sein Leben in die eigene Hand nimmt und so an Lebensqualität gewinnt. Er übernimmt während der sportlichen Tätigkeit Verantwortung für sich und seinen Körper und damit werden auch Verhaltensmuster erlernt, die dazu führen, dass sich dieses Verantwortungsbewusstsein auch nach dem Sport weiter entwickelt. Durch die höhere Belastbarkeit bewegen sich die Patienten auch im Alltag mehr, was dazu führt, dass wieder mehr soziale Kontakte geknüpft werden und sich somit das soziale Umfeld weiter ausbauen lässt.

Literatur zum Thema

Leitfaden Sport bei Mukoviszidose

für Betroffene, Eltern, Ärzte, Sporttherapeuten und Physiotherapeuten

Autoren: Wolfgang Gruber, Alexandra Hebestreit, Helge Hebestreit
Arbeitskreis Sport des Mukoviszidose e.V.

zu beziehen unter:

Mukoviszidose e.V.
In den Daunen 6
53117 Bonn
Tel: (0228)98780-0
www.muko.info